KariesIn Deutschland leiden ca. 90% der Erwachsenen an dieser Schädigung der Zahnhartsubstanzen. Für viele ist Karies etwas Normales. Dabei ist Karies eine Krankheit, die behandelt und auch "geheilt" werden kann.

Für die Entstehung von Karies müssen vier ursächliche Faktoren zusammentreffen. Fehlt einer der Faktoren, kann keine Karies entstehen. Karies entsteht also, wenn Bakterien (vor allem Streptokokken) sich auf einem Zahn bei genügend vorhandener Nahrung (Zucker!!) für längere Zeit festsetzen können.

Es bildet sich Zahnbelag (Plaque), eine schmierig-klebrige Schicht, die den Zahnhals matt weiß-gräulich erscheinen läßt. Dieser Belag wird nach 2 Tagen ohne Zähneputzen so dick sein, daß man ihn z.Bsp. mit dem Fingernagel abschaben kann. Er ist auch die Grundlage für den Zahnstein und kann Auslöser für Parodontose sein.

Die Plaque besteht aus Millionen von Bakterien, die sich von Zucker — enthalten in süßen Getränken und Speiseresten — ernähren. Mit Hilfe spezieller Produkte können sie eine Schutzschicht gegen den Speichel aufbauen und auch sehr fest am Zahn haften. Durch den Stoffwechsel der Bakterien entstehen u.a. Gewebsgifte und scharfe Säuren, die die Zahnhartsubstanzen anlösen und damit die äußersten Schmelzkristalle zerstören können. Eine erste Schädigung ist entstanden.

Man sieht zuerst weiße Flecken auf der Zahnoberfläche. Wird der Zahnbelag mit der Zahnbürste entfernt, so können diese noch durch Kalksalze im Speichel, sowie durch zugeführtes Fluorid rückgängig gemacht werden. Geschieht dies nicht, folgt schnell eine bräunliche oder milchig-trübe Verfärbung, ein Zeichen dafür, daß die Zahnsubstanz unter dem Schmelz schon stark erweicht ist, und bald ein größeres Loch entstehen wird.

Unbehandelt breitet sich die Karies schnell (besonders bei regelmäßigem Genuß von süßen Getränken), oft innerhalb ein paar Wochen, durch das Zahnbein (Dentin) entlang der Dentinkanälchen Richtung Zahnmark (Nerv!) aus.

Dort lösen die Bakterien eine Entzündungsreaktion mit heftigen Zahnschmerzen aus, und der Zahn kann meist nur noch durch eine Wurzelbehandlung gerettet werden.

Der Zahnarzt kann die Kariesgefahr reduzieren,
  1. Wenn regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen stattfinden
  2. Mit Zahnbelag-Kontrollen (Färbetest, Sondentest, Plaque-Index)
  3. Mit Speicheltests (Pufferkapazität, pH-Wert, Bakterien-Kultur)
  4. Durch Ernährungsberatung: Süße Getränke, Süßigkeiten, Süßspeisen etc.
  5. Durch Glätten von rauhen Stellen und scharfen Kanten
  6. Durch Fluoridierung mit Lacken oder Gel

Ihr Zahnarzt kennt moderne Putztechniken, mit denen die Schwachstellen in der häuslichen Zahnpflege ohne viel Mühe beseitigt werden können. Probieren Sie es! Es hilft! Alle Vorbeugemaßnahmen nennt man Prophylaxe.

Wenn der Patient bereit ist, sein Verhalten zu ändern, und aktiv Prophylaxe betreibt, kann eigentlich nicht mehr viel passieren, vorausgesetzt es liegen keine besonderen Erkrankungen (Diabetes, Bulämie usw.) vor.